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Graphendatenbank Neo4j 5 Release veröffentlicht

Die neue Version der nativen Graphdatenbank bietet uneingeschränkte Skalierbarkeit, hohe Performance sowie diverse Verbesserungen in der Abfragesprache Cypher und im Index-Handling

München, 9. November 2022 – Neo4j, führender Anbieter von Graphtechnologie, stellt das Release Neo4j 5 vor. Mit der neuen Version setzt sich die native Graphdatenbank hinsichtlich ihrer Performance weiter von herkömmlichen, relationalen Datenbanksystemen ab.

Im Mittelpunkt von Neo4j 5 steht die Optimierung des Betriebs der Graphdatenbank. Dazu gehört eine uneingeschränkte Skalierbarkeit sowie eine hohe Performance für schnellere Abfragen – unabhängig von der Größe oder der Aufteilung des Datenbestands (Sharding). Diverse Verbesserungen in der Syntax der Abfragesprache Cypher, im Index-Handling, im Abfrage Planer und in der Implementierung ermöglichen es, Abfragen über mehrere Knoten hinweg deutlich einfacher auszudrücken und schneller Antworten zu erhalten.

Wie bereits frühere Versionen ist auch Neo4j 5 als Cloud Service verfügbar (Neo4j AuraDB und Neo4j AuraDS). Anwender können das neue Release ab sofort im Download-Center von Neo4j oder über die Cloud-Marktplätze von AWS, Azure und GCP beziehen.

Die wichtigsten Funktionen von Neo4j 5 im Überblick

  • Automatisches Clustering: Neo4j 5 bietet eine Cloud-fähige Architektur für globale Cluster, mit der sich Daten sowie Datenbanken skalieren lassen, ohne die Cluster selbst skalieren zu müssen. Die Platzierung von primären und sekundären Kopien auf dem Server im Cluster erfolgt dabei automatisch. Das reduziert nicht nur den manuellen Aufwand für Anwender, sondern stellt auch eine optimale Auslastung der Infrastruktur sicher.
  • Multi-Cluster Fabric: Mit Neo4j Fabric lassen sich individuelle Abfragen wieder zusammenführen und als Ganzes analysieren. In Neo4j 5 können Anwender nun via Cypher Kommandos Fabric Konfigurationen schneller erstellen und Abfragen sowohl innerhalb eines lokalen als auch entfernter Cluster durchführen. Separate Fabric-Proxys sind dafür nicht erforderlich.
  • Inkrementeller Import: Neo4j 5 ermöglicht es, große Datenmengen inkrementell in eine bestehende Datenbank einzubringen. Damit lässt sich die Datenladezeit drastisch reduzieren und eine höhere Flexibilität beim Laden großer Datensets erreichen.
  • Schnellere K-Hop-Abfragen. K-Hop ist eine Form von Deep Query, die eine große und variable Anzahl (K) von Hops beinhaltet, um alle eindeutigen Knoten im Umkreis des Startpunkts in einem Graphen zu finden. In der Regel wird diese Abfrage in Kombination mit Aggregationsfunktionen zum Zählen von Eigenschaften verwendet. In Neo4j 5 wurden K-Hop-Abfragen optimiert und die Antwortzeiten für 8-Hop-Abfragen um das 1000-fache verbessert.
  • Verbesserungen beim Graph Pattern Matching und optimierte Query Planung: Am Pfad gesetzte Filter für Beziehungen sowie differenzierte Label-Ausdrücke ermöglichen es Anwendern, MATCH-Klauseln einfacher zu schreiben und zu lesen. Darüber hinaus wurde die Query Planung für Cypher-Abfragen optimiert und ihre Ausführung damit beschleunigt.
  • Verbesserte Indizes: Indizes sind entscheidend, um möglichst schnell den besten Ausgangspunkt (z. B. Knoten, Kanten) für eine Abfrage zu finden. In Neo4j 5 wurde die Abgleichsmöglichkeiten von Indizes erweitert:
    FULLTEXT indiziert nun Listen und Arrays von Strings, um die Qualität der Textsuchergebnisse zu verbessern.
    RANGE ermöglicht die Angabe oder den Vergleich von Werten (z. B. Rezensionen 3-5 von Nutzern im PLZ-Bereich 8-9).
    Mit POINT, der häufig bei Routing- und Lieferkettenanalysen verwendet wird, lassen sich nun auch geospatiale Daten wie Längen- und Breitengrade finden und vergleichen.
  • Neo4j Ops Manager: Das Backend-Admin-Tool bietet ein intuitives Dashboard, mit dem Datenbankadministratoren Neo4j-Implementierungen (z. B. Datenbank, Instanz oder Cluster) monitoren und managen können.
  • Rolling Updates: Neo4j 5 beinhaltet kontinuierliche Updates für alle Implementierungen der Graphdatenbank ohne Ausfallzeiten – egal ob On-Premise, in der Cloud oder in hybriden Umgebungen. Zudem garantiert das neue Release eine durchgehende Kompatibilität zwischen selbst verwalteten und von Neo4j verwalteten Aura-Workloads.
  • Backup und Wiederherstellung: Optimierungen der Backup-Engine erlauben mehr Kontrolle und eine schnellere und einfachere Datensicherung. Dazu verfügt Neo4j 5 über ein differentielles Backup einschließlich eines einzelnen komprimierten Dateiarchivs, Point-in-Time-Wiederherstellung, APIs zur Überprüfung und Verwaltung von Sicherungsdateien sowie die Aktivierung einer Konsistenzprüfung.

„Der Einsatz von Graphdatenbanken ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Unternehmen nutzen die Technologie, um ihre Daten sowie die Datenverbindungen im vollen Umfang zu analysieren und in der Praxis zu nutzen – sei es, um Prozesse weiter zu automatisieren, Risiken proaktiv zu bewerten oder datengestützte bzw. KI-basierte Entscheidungen zu treffen“, erklärt Emil Eifrem, CEO und Mitbegründer von Neo4j. „Neo4j 5 wurde mit diesen Zielen vor Augen weiter ausgebaut. Das neue Release bietet höhere Skalierbarkeit, Agilität und Performance, um Unternehmen in Sachen Datenmanagement und Data Analytics auf das nächste Level zu verhelfen.“

Mehr über das Neo4j 5 Release erfahren Sie auf der Neo4j Webseite sowie im Blog „Scale New Heights with Neo4j 5 Graph Database“. Melden Sie sich außerdem zur kostenlosen virtuellen Entwicklerkonferenz NODES 2022 (16. – 17. November) an, um an den Neo4j 5 Sessions „What’s New in Neo4j 5 and Aura 5 for Developers” und „Introducing Neo4j 5 for Administrators” teilzunehmen.

Bildmaterial zum Download (Quelle: Neo4j): Features in Neo4j 5

Data Science mit Neo4j und R

Traurig, aber wahr: Data Scientists verbringen 50-80% ihrer Zeit damit, Daten zu bereinigen, zu ordnen und zu bearbeiten. So bleibt nur noch wenig Zeit, um tatsächlich vorausschauende Vorhersagemodelle zu entwickeln. Vor allem bei klassischen Stacks, besteht die Datenanalyse zum Großteil darin, Zeile für Zeile in SQL zu überführen. Zeit zum Schreiben von Modell-Codes in einer statistischen Sprache wie R bleibt da kaum noch. Die langen, kryptischen SQL-Abfragen verlangsamen aber nicht nur die Entwicklungszeit. Sie stehen auch einer sinnvollen Zusammenarbeit bei Analyse-Projekten im Weg, da alle Beteiligten zunächst damit beschäftigt sind, die SQL-Abfragen der jeweils anderen zu verstehen.

Komplexität der Daten steigt

Der Grund für diese Schwierigkeiten: Die Datenstrukturen werden immer komplexer, die Vernetzung der Daten untereinander nimmt immer stärker zu. Zwängt man diese hochgradig verbundenen Datensätze in eine SQL-Datenbank, in der Beziehungen naturgemäß abstrakt über Fremdschlüssel dargestellt werden, erhält man als Ergebnis übermäßig komplizierte Schematas und Abfragen. Als Alternative gibt es jedoch einige NoSQL-Lösungen – allen voran Graphdatenbanken – die solche hochkomplexen und heterogenen Daten ohne Informationsverlust speichern können – und zwar nicht nur die Entitäten an sich, sondern auch besonders die Beziehungen der Daten untereinander.

Datenanalysen zielen immer stärker darauf ab, das Verhalten und die Wünsche von Kunden besser verstehen zu können. Die Fragen lauten z. B.:

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher auf eine bestimmte Anzeige klickt?
  • Welcher Kunde sollte in welchem Kontext welche Produktempfehlungen erhalten?
  • Wie kann man aus der bisherigen Interaktionshistorie des Kunden sein Ziel vorhersagen, bevor er selbst dort ankommt?
  • In welchen Beziehungen steht Nutzer A zu Nutzer B?

Menschen sind bekanntermaßen von Natur aus sozial. Einige dieser Fragen lassen sich daher beantworten, wenn man weiß, wie Personen miteinander in Verbindung stehen: Unsere Zielperson, Nutzer A ähnelt in seinem Kontext und Verhalten Benutzer B. Und da Benutzer B ein bestimmtes Produkt (z. B. ein Spielfilm) gefällt, empfehlen wir diesen Film auch Nutzer A. In diese Auswertung fließen natürlich auch noch weitere Faktoren mit ein, z. B. die Demographie und der soziale Status des Nutzers, seine Zuordnung zu Peer Groups, vorher gesehene Promotions oder seine bisherigen Interaktionen.

Visualisierung eines Graphen mit RNeo4j

Mit R und Neo4j lassen sich Graphen und Teilgraphen ganz einfach mit RNeo4j, igraph und visNetwork libraries visualisieren.

 

Das folgende Beispiel zeigt wie in einem Graphen Schauspieler und Filme sowie ihre Beziehungen zueinander anschaulich dargestellt werden können, z. B. um Empfehlungen innerhalb eines Filmportals zu generieren. Dabei sind zwei Schauspieler über eine Kante miteinander verbunden, wenn sie beide im gleichen Film mitspielen.

Im ersten Schritt werden dazu in Neo4j die Film-Datensätze importiert (Achtung: Dieser Vorgang löscht die aktuelle Datenbank).

Als nächstes wird mit Cypher eine entsprechende Liste von Beziehungen aus Neo4j gezogen. Wie man sehen kann, ist die Darstellung des gewünschten Graph-Musters innerhalb der Abfrage sehr anschaulich.

Die visNetwork Funktion erwartet sowohl Kanten-Dataframes als auch Knoten-Dataframes. Ein Knoten-Dataframe lässt sich daher über die eindeutigen Werte des Kanten-Dataframes generieren.

Im Anschluss können die Knoten- und Kanten-Dataframes in das visNetwork übertragen werden.
visNetwork(nodes, edges)

Nun kommt igraph mit ins Spiel, eine Bibliothek von Graph-Algorithmen. Durch Einbindung der Kantenliste lässt sich einfach ein igraph Graph-Objekt erstellen, das den Teilgraphen miteinschließt.

Die Größe der Knoten kann als Funktion der Edge-Betweeness-Centrality definiert werden. In visNetwork entspricht dabei jede “value”-Spalte im Knoten-Dataframe der Größe des Knoten.
nodes$value = betweenness(ig)

Mit Einführung der “Value”-Spalte werden die Knoten nun alle unterschiedlich groß dargestellt.
visNetwork(nodes, edges)

Mit Hilfe eines Community-Detection-Algorithmus lassen sich im Graphen nun Cluster finden. In diesem Beispiel wird der „Girvan-Newman”-Algorithmus verwendet, der in igraph als cluster_edge_betweenness bezeichnet wird.

In der Liste oben sind alle Schauspieler der ersten zwei Cluster zu sehen. Insgesamt konnten sechs Cluster identifiziert werden.

Durch Hinzufügen einer “Group”-Spalte im Knoten-Dataframe, werden alle Knoten in visNetwork entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit farblich markiert. Diese Cluster-Zuordnung erfolgt über clusters$membership. Durch Entfernen der “Value”-Spalte lassen sich die Knoten wieder auf eine einheitliche Größe bringen.

Werden die Knoten- und Kanten-Datenframes erneut in visNetwork übertragen, sind nun alle Knoten eines Clusters in derselben Farbe dargestellt.
visNetwork(nodes, edges)

Mit diesem Workflow lassen sich Teilgraphen in Neo4j einfach abfragen und Cluster-Algorithmen einfach darstellen.

Generell eignen sich Graphdatenbanken wie Neo4j besonders gut, um stark vernetzte und beliebig strukturierte Informationen zu handhaben – egal ob es sich um Schauspieler, Filme, Kunden, Produkte, Kreditkarten oder Bankkonten handelt. Zudem können sowohl den Knoten als auch den Kanten beliebige qualitative und quantitative Eigenschaften zugeordnet werden. Beziehungen zwischen Daten sind also nicht mehr bloße Strukturinformationen, sondern stehen vielmehr im Zentrum des Modells.

Cypher: intuitiv nutzbare Programmiersprache

Die Zeiten, in denen Data Science zum Großteil aus Datenbereinigung und -mapping besteht, sind damit vorbei. Mit dem entsprechenden Ansatz laufen Entwicklungsprozesse deutlich schneller und einfacher ab. Data Scientists kommen mit weniger Code schneller ans Ziel und können mehr Zeit in das tatsächliche Entwickeln von relevanten Modellen investieren. Dabei nutzen sie die Flexibilität einer quelloffenen NoSQL-Graphdatenbank wie Neo4j kombiniert mit der Reife und weiten Verbreitung der Statistiksprache R für statistisches Rechnen und Visualisierung. Programmierer müssen nicht mehr stundenlang komplexe SQL-Anweisungen schreiben oder den ganzen Tag damit verbringen, eine Baumstruktur in SQL zu überführen. Sie benutzen einfach Cypher, eine musterbasierte, für Datenbeziehungen und Lesbarkeit optimierte Abfragesprache und legen los.

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